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"Arbeitsmarkt in der Schweiz: Herausforderungen trotz hoher Jobanzahl"



Die Rufe nach qualifiziertem Personal werden lauter, während der Fachkräftemangel für viele Unternehmen weiterhin eine bedeutende Herausforderung darstellt. Der Swiss Job Tracker der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich veranschaulicht die aktuelle Lage, indem er in Echtzeit die Anzahl der online ausgeschriebenen Stellen in der Schweiz misst. Obwohl der Index im vergangenen Jahr leicht gesunken ist, bleibt er insgesamt hoch.

Gleichzeitig sorgen Massenentlassungen bei Unternehmen wie UBS, Migros, Post und verschiedenen Industriefirmen für Schlagzeilen. Die Arbeitslosenquote, die zwei Jahre lang um die 2-Prozent-Marke schwankte, stieg im Januar laut Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) auf 2,5 Prozent an.

Die Anmeldungen zur Kurzarbeit haben ebenfalls leicht zugenommen, wie Fabian Maienfisch, Sprecher des Seco, erklärt. Er prognostiziert einen weiteren Anstieg, insbesondere für exportorientierte Betriebe, die mit einer konjunkturell eher negativen Entwicklung zu kämpfen haben. Dabei bedeutet eine Anmeldung zur Kurzarbeit nicht zwangsläufig, dass die Unternehmen auch tatsächlich Kurzarbeitergelder beantragen müssen, betont Maienfisch.

Michael Siegenthaler, Arbeitsmarktexperte der KOF, erklärt die scheinbaren Widersprüche auf dem Arbeitsmarkt durch unterschiedliche Entwicklungen in verschiedenen Branchen. Besonders die Industrie leidet unter der weltwirtschaftlichen Schwäche, was sich auf Zulieferbetriebe und den temporären Arbeitsmarkt auswirkt. Im Gegensatz dazu hat sich die Personalsituation im Gastgewerbe etwas entspannt, während in Bereichen wie Informatik, Ingenieurwesen und bestimmten Verkehrsberufen weiterhin ein massiver Fachkräftemangel besteht.

Besorgniserregend sind auch die Berichte aus dem Gesundheitswesen, insbesondere im Spitex-Dienst der Stadt Zürich. Hier leisten Mitarbeiter notorisch Überstunden und kündigen schließlich erschöpft und enttäuscht, was die Personalrekrutierung weiter erschwert, obwohl die Löhne vergleichsweise gut sind.

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