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KI als Jobkiller…

  • 30. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Die ETH sagt zur KI-Hysterie ungefähr: Beruhigt euch, der Roboter hat zwar Tastaturzugang, aber noch keinen gesunden Menschenverstand.


Die beiden Informatikprofessoren Adrian Perrig und Malte Schwerhoff widersprechen der beliebten Untergangserzählung, wonach KI bald alle Entwickler ersetzt. Ja, KI kann Code schreiben – so wie ein Ikea-Inbusschlüssel auch Architektur kann. Für einfache Websites reicht es, für robuste, sichere, wartbare Systeme eher nicht.


Ihr Hauptargument: Programmieren ist nur der sichtbare Teil des Eisbergs. Der eigentliche Job beginnt davor (verstehen, was gebraucht wird) und endet nie (testen, warten, absichern, verbessern). KI produziert oft brauchbare Entwürfe, aber auch geschwätzigen, aufgeblähten Code mit eingebauten Überraschungen. Eine Art digitaler Praktikant mit enormem Selbstvertrauen.

Besonders hübsch: Laut einer ETH-Studie “verbessern” KI-Agenten korrekten Code in über 70 Prozent der Fälle so kreativ, dass neue Sicherheitslücken entstehen. Die Maschine ist also nicht nur fehleranfällig, sondern manchmal auch proaktiv destruktiv.


Trotzdem sehen die Professoren keinen Grund zur Panik. Eher im Gegenteil: Wenn mehr Software entsteht, braucht es mehr Menschen, die verstehen, prüfen, priorisieren und Verantwortung übernehmen. KI ersetzt nicht den Profi – sie erhöht den Bedarf an Leuten, die wissen, wann man ihr besser nicht glaubt.

Auch an der ETH Zürich bleibt deshalb vieles gleich: Mathematik bleibt Mathematik, Grundlagen bleiben Grundlagen. Neu ist nur, dass Studierende mit KI schneller ins Machen kommen und kreativer werden. Die Hausaufgaben haben jetzt einfach einen zusätzlichen unsichtbaren Mitautor.

Zum Thema Superintelligenz zeigen sich beide angenehm unbeeindruckt. KI könne heute Erstaunliches – und gleichzeitig Fehler machen, an denen selbst ein verschlafener Mensch scheitern würde. Solange ein System gleichzeitig Genie und Trottel ist, sei “Superintelligenz” eher Marketing als Realität.

Fazit: KI ist kein digitaler Messias und kein Job-Apokalypse-Reiter. Sie ist ein mächtiges Werkzeug – und Werkzeuge brauchen weiterhin Hände, Hirn und jemanden, der die Bedienungsanleitung skeptisch liest.

 
 
 

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