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Produktivitätsdilemma durch den Fachkräftemangel

Fast 2000 HR-Managerinnen, HR-Manager und Führungskräfte haben sich an der Umfrage beteiligt und unter anderem die Fragen beantwortet, ob ein Produktivitätsdilemma durch den Fachkräftemangel entsteht oder ob Möchtegern-Unternehmer so schnell wie möglich ein gegründetes Unternehmen verkaufen wollen. Dies sind die acht Hypothesen und die Ergebnisse der Studie: (Dr.P.Scheiwiller@vonrunstedt)


1. Polarisierung zwischen Gewinnern und Verlierern


These eins vertrat die Ansicht, dass eine Parallelität zwischen Fachkräftemangel und struktureller Arbeitslosigkeit besteht. Während die einen gefragt sind, werden die anderen abgewiesen. Mit einer Zustimmung von 63 Prozent stimmt laut der Umfrage diese These nicht nur, sie spitzt sich gar zu.


 

2. Keine Lust auf Arbeit und trotzdem Burn-out


Die zweite These baut darauf auf, dass mehr Menschen weniger arbeiten und nur wenige Menschen mehr arbeiten. Die Folge davon ist, dass die Selbstverwirklichung auf Kosten der anderen stattfindet. Diese These erhielt eine satte Zustimmung von 67 Prozent und bestätigte sich somit im Arbeitsmarkt.


 

3. Wachstumsspirale ohne Ende


Die Aussage provoziert: Wachstum provoziere einerseits den Fachkräftemangel und anderseits eine weitere Arbeitsimmigration. Das wiederum treibt das quantitative Wachstum an, doch diese Spirale bringt den Arbeitsmarkt qualitativ nicht weiter. Auch diese These hat eine markante Zustimmung von 67 Prozent erhalten.


 

4. Produktivitätsdilemma des Fachkräftemangels


Die vierte These vertritt die Ansicht, dass die Arbeitnehmenden mehr Ansprüche haben, gleichzeitig aber weniger Leistungsbereitschaft zeigen. In der Folge geht die Arbeitsproduktivität in der Schweiz verloren. HR-Managerinnen und Führungskräfte bestätigen auch diese These mit 61 Prozent Zustimmung.


 

5. Branchenkult


Die digitale Transformation erfordert eigentlich ein hohes Mass an Flexibilität und Mobilität zwischen Berufsprofilen und Branchen. Das Profil der Arbeit sollte also unabhängig von der Branche funktionierten. Die These vertritt die Ansicht, dass es Quereinsteiger nach wie vor schwer haben und die Arbeitgeberinnen noch immer einen Branchenglauben vertreten. Dies bestätigt die Umfrage mit 70 Prozent.


 

6. Purpose und Individualität


Die Firmen propagieren ihren Purpose und zeigen die Nachhaltigkeitsprogramme auf. Die meisten Menschen sagen zwar, dass sie ebendiesen Purpose als wichtig einstufen – in Wahrheit ist ihnen jedoch die eigene Selbstverwirklichung wichtiger. Diese These haben HR-Manager und Führungskräfte mit 73 Prozent bejaht.


 

7. Möchtegern-Unternehmer


Die siebte These sagt, dass Entrepreneurship hip ist und dass Gründerinnen und Gründer das Ziel verfolgen, möglichst schnell zu verkaufen. Zugespitzt heisst die These gar, dass viele Jungunternehmerinnen heute keine langfristige Strategie verfolgen und es ihnen primär nicht um den gesellschaftlichen Beitrag, sondern um Selbstverwirklichung und finanzielle Interessen geht. Diese Aussage widerlegte die Studie mit einer Ablehnung von 54 Prozent.


 

8. Altersdilemma


Die letzte These vertritt die Ansicht, dass die älteren Arbeitnehmenden über das Pensionsalter hinaus arbeiten sollen, um so den demografischen Engpass sowie den Fachkräftemangel zu lindern. Nur: Keiner will sie, die Alten. Diese These erhielt über 70 Prozent Zustimmung.





Firmen verbauen sich Chancen mit ihrer Erwartungshaltung


Ü50-Jährige werden eher entlassen, suchen länger nach einem Job und treffen auf Hürden in der Arbeitswelt. Schuld sind Stereotype.

Die starke Zustimmung zu sieben der acht Thesen überraschte auch Pascal Scheiwiller. Er schlussfolgert daraus, dass in der Schweiz noch viel Potenzial vorhanden ist, um den Arbeitsmarkt zu verbessern. Er verweist darauf, dass gerade Risikogruppen und Schwächere von den Arbeitgebern kaum gefördert werden – «Firmen investieren lieber in die Leistungs- und Hoffnungsträger» –, und appelliert an die Firmen, auch an 60+-Fachkräfte, IV-Teilbezüger oder Frauen nach längerer Mutterschaft zu glauben.

Gleichzeitig scheint heute die ständige Stressbelastung das neue Normal zu werden. «Die Firmen wissen über die zunehmende Stresssituation, machen aber nichts dagegen», so Scheiwiller. Im Durchschnitt seien rund 28 Prozent der Mitarbeitenden dauerhaft überbelastet – rund jeder oder jede Dritte steht unter Stress. Aber nur 37 Prozent der Arbeitgeber kümmern sich gezielt darum.

Schlussendlich zeigte sich Scheiwiller auch erstaunt darüber, wie stark hierzulande noch immer der Branchenkult vorherrscht. Eine Mehrheit glaube, dass brancheninterne Bewerberinnen und Bewerber kurzfristig (74 Prozent) und sogar langfristig (61 Prozent) mehr Wert für das Unternehmen generieren als Quereingestiegene. Mehr als 60 Prozent verlangten bei der Rekrutierung zwingend Branchenerfahrung. «Trotz Fachkräftemangel und Mobilitätsbedürfnis haben es Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger in der Schweiz schwer», interpretiert Scheiwiller. Dabei würden genau sie für neue Impulse sorgen und eine Firma innovativer machen

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